Ulrich Baehr | KUNST DER GEGENWART AUS NIEDERSACHSEN

KUNST DER GEGENWART AUS NIEDERSACHSEN



Ulrich Baehr

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Ulrich Baehr

Ludwig Zerull
2003



Ulrich Baehr, geb. 1938, lebt zwar in Berlin, lehrt aber seit 1987 als Professor für Malerei an der Fachhochschule für Kunst und Design in Hannover. Lothar Romain zeichnet in diesem Buch den Weg des Malers Ulrich Baehr, der seit seiner Studienzeit Mitte der 60er Jahre an der Hochschule der Künste in West-Berlin Bilder malte, in denen er mit seinen politisch-historischen Themen die zunehmende Politisierung in der zweiten Hälfte der 60er Jahre aufnahm. Er versuchte nicht im Sinne des klassischen Historienbildes, den Maler als Zeitzeugen agieren zu lassen, sondern er hält sich in seinen Bildern „mit Farbnuancen, Farbverlauf und Pinselduktus wie mit verhaltener Bissig keit und Wut die Diktatoren, Paladine und Mitläufer vom Leib“.
Baehr, der schon 1964 zur legendären Berliner Galerie „Gruppe Großgörschen 35“ gehört hatte und von 1968 bis 1970 bereits Dozent an der Braunschweiger Kunsthochschule war, malt, wie 1976 beispielsweise mit dem Schlüsselwerk „Portraitskizze Herr K.“, Bilder gegen den „Beton des Vergessens“.
Das Buch würdigt ausführlich die verschiedenen Serien von den frühen, aufstellerartigen Bildobjekten bis zu seinem neuesten Zyklus „Das 20. Jahrhundert“, der Schiffskatastrophen zum Anlaß für den Kampf der Formen gegen die freie Bewegung der Farben nimmt, aber natürlich auch eine Allegorie auf ein aufgewühltes Jahrhundert wird.
Seit 1987 liegt Ulrich Baehrs Atelier in Berlin oberhalb des ehemaligen Grenzüberganges Checkpoint Charlie: von dort malte er die betonierten Krimis der Politik wie – nach dem Fall der Mauer – die „KranZeit“ am Potsdamer Platz.
Nur wenige Künstler haben so bildhaft und bildmächtig über die Nachhaltigkeit von Geschichte wie über ihre Verwerfungen nachgedacht und gemalt wie Ulrich Baehr.




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