Birgit Hein | KUNST DER GEGENWART AUS NIEDERSACHSEN

KUNST DER GEGENWART AUS NIEDERSACHSEN



Birgit Hein

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Birgit Hein

Michael Stoeber
2004



Birgit Hein, 1942 in Berlin geboren, studiert Kunstgeschichte in Köln. Noch als Schülerin lernt sie Wilhelm Hein kennen, den sie 1964 heiratet. Seit 1966 drehen beide gemeinsam Filme, die zu den Meilensteinen des europäischen Experimentalfilms gerechnet werden. Mit dem Materialfilm „Rohfilm“ feiern sie 1968 ihren ersten internationalen Erfolg. Die Heins sind Gründungsmitglieder von X-Screen in Köln, der ersten Vorführstätte für unabhängige Filme in Deutschland. 1971 veröffentlicht Birgit Hein das Buch „Film im Untergrund“, bis heute ein Standardwerk des Independent Cinema. 1972 werden Filme der Heins auf der documenta 5 gezeigt, 1974 gibt es eine erste Retrospektive ihrer Filme in New York, und 1977 leiten B+W Hein gemeinsam die Abteilung Experimentalfilm auf der documenta 6. Im gleichen Jahr bereiten sie zusammen mit Wulf Herzogenrath die Ausstellung „Film als Film – 1910 bis heute“ vor, die in Köln, Stuttgart, Essen, Berlin und London gezeigt wird. In ihrer zweiten Schaffensphase entwickeln B+W Hein Performances, mit denen sie ihr Publikum unmittelbar zu erreichen hoffen. 1981 drehen sie den Film „Love Stinks – Bilder des täglichen Wahnsinns“, ein Porträt der Stadt New York, des herrschenden Kapitalismus und ihrer fragil gewordenen Be ziehung. 1987/88 zeigen sie ihre „Kali-Filme“, in denen sie aus Found Footage von Trivialfilmen ein komplexes Porträt weiblicher Sexual- und Gewaltphantasien entwickeln. 1989 trennt sich das Ehe paar. 1990 erhält Birgit Hein eine Lebenszeit professur an der HBK Braunschweig, 1992 stellt sie bei den Berliner Filmfestspielen ihren ersten, allein realisierten Film „Die unheimlichen Frauen“ vor. In ihm untersucht sie in brillanter Weise zu gleich subjektiv und objektiv, analytisch und emotional, die soziale Rolle der Frau in Geschichte und Gegenwart. 1994 präsentiert die Künstlerin ihren Film „Baby I will Make you Sweat“ und im Jahr 2000 „La moderna poesia“. Auch diese Filme sind ebenso persönlich wie politisch, denn Birgit Heins Blick auf die eigene Wirklichkeit ist stets auch ein Blick auf die Wirklichkeit des Betrachters ihrer Filme.




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