Julia Schmid | KUNST DER GEGENWART AUS NIEDERSACHSEN

KUNST DER GEGENWART AUS NIEDERSACHSEN



Julia Schmid

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70



Julia Schmid

Clemens Krümmel
2014



Julia Schmids Werk steht exemplarisch für eine historisch informierte, kontextuell erweiterte Form von Malerei und Zeichnung. Die konzeptuelle Erforschung ihrer subjektiven Lebenswelt setzt immer wieder mit großer formaler Offenheit neu an. Auch wenn viele ihrer Arbeiten in ganz eigenständiger Form an Konventionen und Genres wie Landschafts- und Stilllebenmalerei anzuknüpfen scheinen, geschieht dies doch auf der Grundlage einer Reflexion, die immer auch das Potenzial einer fundamentalen Infragestellung in sich trägt. So bleibt es nicht bei einer naheliegenden Kritik an Konzepten wie „Natur”, „Unmittelbarkeit” oder „Ursprünglichkeit” – vielmehr operiert Schmid weiter mit diesen, trotz ihrer „Überholtheit“ im Denken und Fühlen noch immer gebräuchlichen und damit künstlerisch unverzichtbaren Vorstellungen, um sie immer wieder mit den Möglichkeiten eigener, konkret reproduzierbarer Erfahrung zu konfrontieren. Die Öffnung der Atelierwände auf hochkomplexe Situationen in der Außenwelt ist Julia Schmids Voraussetzung, um zu einer größeren Verbindlichkeit im Kommunizieren über „Natur” zu gelangen. Methodisch nicht festgelegt, sucht sie immer wieder neue Übersetzungen ästhetischer Erfahrung – auch weit jenseits von Malerei.

Julia Schmid’s work is exemplary for a historically informed, contextually expanded form of painting and drawing. The conceptual exploration of her subjective environment regularly sets off with ever greater formal openness. Although many of her works are seemingly linked in a very self-contained form to the conventions of genres like landscape and still life painting, this occurs on the basis of a reflection that intrinsically always contains the potential of a fundamental questioning. Schmid consequently does not stop with an obvious critique of concepts like “nature”, “directness” or “originality”, but continues to operate with these useful and therefore artistically indispensible concepts despite their intellectual and emotional “obsolescence”, in order to confront them again and again with the possibilities of a separate, concretely reproducible experience. The opening of the studio wall to highly complex situations in the outside world is Julia Schmid’s prerequisite to achieve a greater commitment in communicating on “nature”. Not tied down as regards method, she regularly seeks new translations of the aesthetic experience – far removed from painting as well.




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