Rüdiger Stanko | KUNST DER GEGENWART AUS NIEDERSACHSEN

KUNST DER GEGENWART AUS NIEDERSACHSEN



Rüdiger Stanko

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Rüdiger Stanko

Stefan Berg
2007



Rüdiger Stanko, 1958 in Groß-Gerau geboren, darf man getrost als Maler bezeichnen, auch wenn er sich immer wieder anderer Medien, wie Fotografie und Computergrafik bedient oder gar an einem Bildhauersymposion teilnimmt. Seit dem Ende seines Studiums an der HBK Braunschweig beschäftigt ihn die Verknüpfung des Bildes mit der Wirklichkeit. Dabei wird nach einigen Jahren der farbige Streifen ein wesentliches Element seiner Bildsprache. In unterschiedlichsten Verfahren verbindet er Gegenläufiges zu überraschenden Formulierungen: Abstraktion und Gegenständlichkeit, künstlerische Eigenheit und Publikumsbefragungen, geplante Gestaltung und Zufall. So werden Anwohner einer hannoverschen Straße gebeten, typische Farben ihrer Umgebung aus einer vom Künstler nachgemischten Farbpalette auszuwählen, um sie anschließend auf einer Litfaßsäule in eben dieser Straße wiederzufinden – in Streifenform. Andere Bildfindungen geschehen durch die Aufforderung, einem bestimmten Begriff eine Farbe zu geben. Die Teilnehmer einer solchen Befragung erhalten anschließend eine Postkarte, auf der scheinbar ein geometrisches Streifengemälde abgebildet ist, das aber nichts anderes als das Befragungsergebnis darstellt: Jede Farbe erhält die Ausdehnung, die ihrem Stimmenanteil entspricht. Ebenfalls gestreift präsentieren sich die auf fotografischer Grundlage gefertigten Porträts und Fensterbilder und die mit Hilfe eines Würfels entstandenen Zufalls-Kompositionen, diese in neuerer Zeit auch als sich überlagernde Farbflächen. Allen diesen Vorgehensweisen gemein ist die Suche nach tragfähigen malerischen Formulierungen, verbunden mit einem ironischen Seitenblick auf abstrakte und konstruktive Traditionen.

Rüdiger Stanko lebt und arbeitet in Hannover.




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